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Willkommen!

Der Saale-Unstrut-Verein für Kulturgeschichte und Naturkunde e.V. wurde 1990 im Jahr der deutschen Wiedervereinigung gegründet und zählt damit zu den ersten gemeinnützigen Körperschaften in den neuen Bundesländern, die sich aus einer bürgerschaftlichen Initiative heraus gebildet haben, mit dem Ziel, die regionale Identität der Menschen in den alten Kultur- und Naturlandschaften ihrer Heimat zu stärken.
In der Satzung des Vereins (Stand Mai 2013) wird als Ziel der Vereinsarbeit die Förderung und Koordination von kulturgeschichtlichen, denkmalpflegerischen, kulturellen und naturkundlichen Interessen von Bürgern, Gruppen, Gemeinschaften und juristischen Personen formuliert.
Die verschiedenen jährlichen Aktivitäten und Publikationen des Vereins haben sich in den letzten Jahren als feste Größen im kulturellen und wissenschaftlichen Portfolio der Saale-Unstrut-Region etabliert. Aufgrund eigener Anstrengungen und der großzügigen Förderung durch das Bundesland Sachsen-Anhalt, den Burgenlandkreises und der Stadt Naumburg kann der Verein seit dem Jahr 1996 jährlich das Saale-Unstrut-Jahrbuch herausgeben, das inzwischen zum bedeutendsten regionalgeschichtlich-naturkundlichen Periodikum im Süden des Bundeslandes aufgestiegen ist. Darüber hinaus fungiert das Jahrbuch als publizistisches Organ des Fördervereins Welterbe an Saale und Unstrut e.V. sowie weiterer kulturhistorischer Vereinigungen in der Region.
Die zweite große Säule der Vereinstätigkeit besteht in einem jährlichen Vortragsprogramm aus mindestens zehn Beiträgen, für die regelmäßig Wissenschaftler und Kulturschaffende zu Themen mit regionalem Bezug gewonnen werden. Die Vorträge werden öffentlich und unentgeltlich vom Verein angeboten.
Zum dritten hat der Verein den Heinrich von Veldecke-Preis gestiftet, der an Persönlichkeiten verliehen wird, die sich um die Förderung und Pflege der Kultur- und Naturlandschaft an Saale, Unstrut und Elster verdient gemacht haben. Der Verein verbindet mit der Preisverleihung eine öffentlich vorgetragene Wertschätzung ehrenamtlichen Engagements in der Region.
Darüber hinaus lädt der Verein jährlich zu einer Exkursion mit wechselnd kulturhistorischen und naturkundlichen Schwerpunkten ein, die ebenfalls öffentlich sind. Der Saale-Unstrut-Verein finanziert seine Projekte ausschließlich durch eingeworbene Spendengelder und Fördermittel. Die Arbeit des Vorstands und der Redaktion des Saale-Unstrut-Jahrbuchs geschieht im ehrenamtlichen Engagement.


Licht und Schatten. Walter Hege, Fotograf und Filmemacher (1893-1955)

Kuratorenführung durch die Ausstellung

Dr. Yvonne Fiedler (Naumburg)

Donnerstag, 21.03.2019, 19.00 Uhr

Stadtmuseum Naumburg, Galerie im Schlösschen am Markt

Walter Hege gehörte zu den bekanntesten Fotografen und Filmemachern seiner Zeit. Der gebürtige Naumburger wurde berühmt mit Aufnahmen vom Dom seiner Heimatstadt. Zahlreiche Aufträge führten ihn später durch ganz Deutschland und bis nach Griechenland: Von Hege erschienen umfang- reich bebilderte Bände über mittelalterliche Dome, antike Tempel und Skulpturen, barocke Bauten in Süddeutschland sowie historische Städte. Heges Architekturaufnahmen sorgten für Aufsehen, weil sie Motive stilisierten und inszenierten. Neben der Architektur war die heimische Natur sein zweites großes Thema. Zahlreiche Aufnahmen etwa von der Mecklenburgischen Tierwelt und der Film „Am Horst der wilden Adler“ zeugen davon. Heges Bildästhetik sprach auch nationalsozialistische Auftraggeber an. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs fotografierte und filmte Hege immer wieder für NS-Funktionäre. Bis heute polarisiert sein Werk: War er brillanter „Lichtbildkünstler“ oder „Rassekunstfotograf“? Technisch profilierte sich Hege als Fachmann für Fotografie und Film und leistete einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Farbtechnik in diesem Sektor. Trotz einer schweren Verletzung aus dem Ersten Weltkrieg, die ihn Zeit seines Lebens beeinträchtigte, war Hege ein unermüdlicher Arbeiter und verfolgte stets mehrere Projekte gleichzeitig. 1947 verließ er Thüringen und konnte in der Bun- desrepublik als „entnazifizierter“ Künstler teilweise an seine Erfolge aus der Zeit vor der deutschen Teilung anknüpfen. 1955 starb er überraschend während eines Vortrags in Weimar. Anlässlich seines 125. Geburtstags zeigt die Ausstellung im Naumburger „Schlösschen“ Ausschnitte aus Heges Bild- und Filmschaffen. Eine Kuratorenführung durch die Schau zeichnet seinen Lebensweg von den ersten Schritten als Maler über die Jahre größter Popularität bis hin zum Neuanfang in der Bundesrepublik nach. Zu sehen sind neben bekannten Aufnahmen auch Fotografien, die bisher sel- ten oder noch nie veröffentlicht wurden. Biografische Dokumente, Fototechnik und persönliche Zeit- zeugnisse ergänzen die Schau.

Yvonne Fiedler, Mitarbeiterin am Stadtmuseum Naumburg. Studium der Geschichte, Kunstgeschichte und Journalistik an der Universität Leipzig, später berufsbegleitend Studium Kulturmanagement in Dresden. Promotion zu privaten Galerien in der DDR. Berufliche Stationen im Museum in der „Runden Ecke“ Leipzig und im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig.

Zur Beachtung: Die Kapazität der Ausstellungsräumlichkeiten ist begrenzt, daher können nur 30 Personen eingelassen werden. Voraussichtlich steht nicht jedem Gast eine Sitzgelegenheit zur Verfügung. Um pünktliches Eintreffen wird gebeten. Den Eintritt von 3 € pro Person trägt der Saale- Unstrut-Verein, Spenden sind willkommen.

Anmeldungen an:
Henry Mill
Tel.: 0177 4084682
henry.mill@saale-unstrut-verein.de