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Exkursion 2017

exkursionsplan 2017

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Romanische Bergfriede im Saale-Unstrut-Gebiet

Datum: 15. Juni 2017, 19.00 Uhr

Ort: Moritzkirche, Naumburg

Referent: Reinhard Schmitt (Halle)

Der Burgenlandkreis trägt seinen Namen zu Recht: Zahlreiche Burgen von der Ur- und Frühgeschichte bis ins späte Mittelalter bezeugen dies eindrücklich. Als ein wichtiger Bestandteil der hochmittelalterlichen Burgen zählt der Bergfried zu den wichtigsten Bestandteilen einer Burg. Im Vortrag werden nicht nur die Funktion von Bergfrieden erläutert und die Türme im Kreis vorgestellt, sondern auch an Hand anderer Bauten die zahlreichen Besonderheiten besprochen. Entgegen der Forschungsmeinung des 19. Jahrhunderts, die bis heute oft unreflektiert übernommen wird, war der Bergfried nicht der letzte Rückzugsort der Burgherrenfamilie, sondern vielmehr eine besondere "Zugabe": Seht her! Einen eher unnützen Turm wie den Bergfried haben wir uns geleistet, um unsere Macht und rechtlichen Zuständigkeiten repräsentativ zum Ausdruck zu bringen.

Reinhard Schmitt ist diplomierter Archäologe und Bauhistoriker am Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Seit mehr als 35 Jahren liegt sein Arbeitsschwerpunkt in der bauhistorischen Erforschung mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Sakral- und Profanbauten. Von ihm sind zahlreiche Publikationen zu Burgen und Klöstern Sachsen-Anhalts erschienen.

ACHTUNG: Dieser Vortrag war ursprünglich erst für September geplant und ist nun vorgezogen. Der Vortrag von Wolfgang Lührs "Die Hoßfelds . Architektur und Kunst in Naumburg" findet am 14. September statt.

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Juwelen der Lüfte – Tagfalter im Saale-Unstrut-Gebiet

Datum: 18. Mai 2017, 19.00 Uhr

Ort: Seminarraum der Domklausur

Referent: Torsten Pietsch (Halle)

Tagfalter sind vermutlich die populärste und bekannteste Insektengruppe Deutschlands. Mit 190 Arten nehmen sie allerdings nur einen kleinen Anteil der etwa 3.700 hier vorkommenden Schmetterlingsarten ein. Zu ihnen gehören einige der schönsten, aber auch geheimnisvollsten Schmetterlingsarten. Von jeher beeindrucken uns die Verwandlung einer unscheinbaren Raupe in einen farbenprächtigen Schmetterling, die vielfältigen Farben und Muster ihrer Flügel oder die Leichtigkeit ihres Fluges auf sommerbunten Wiesen. Die ökologischen Anforderungen vieler Arten sind sehr hoch, da sie von Lebensräumen mit sehr spezifischen biotischen und abiotischen Bedingungen abhängig sind. Ihr Vorkommen in einem Lebensraum wird hauptsächlich davon bestimmt, ob Imagines und Raupen ihre Futterpflanzen vorfinden. Der derzeit überall zu beobachtende Rückgang der Arten sowie der Individuen hat auch vor den Schmetterlingen des Saale-Unstrut-Gebietes nicht haltgemacht. Schmetterlinge sind Leben; und Leben braucht vielfältigen Lebensraum, um leben zu können. Im Vortrag werden diese Aspekte anschaulich dargestellt.

Torsten Pietsch, Jahrgang 1964, ist Diplom Agrar-Ingenieur aus Halle an der Saale. Er arbeitet als Referent bei der Oberen Naturschutzbehörde im Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalts in Halle und war von 1990 bis 2003 Leiter der Naturschutzstation Unstrut-Triasland mit Sitz in Nebra und Naumburg. Im Saale-Unstrut-Jahrbuch hat er die Naturschutzgebiete der Triaslandschaft vorgestellt sowie Beiträge über die Flora und Fauna der Region veröffentlicht. Als Redaktionsmitglied betreut er die naturkundlichen Beiträge.

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Der Naumburger Meister und seine Schüler
Virtuosität und Nachahmung in der Naumburger Bildhauerwerkstatt

Datum: 13. April 2017, 19.00 Uhr

Ort: Seminarraum der Domklausur

Referent: Guido Siebert (Naumburg)

Vor genau 120 Jahren wurde zum ersten Mal ein leitender Bildhauer der sogenannten Naumburger Werkstatt in der kunsthistorischen Fachliteratur als „Naumburger Meister“ beschrieben. Seitdem spricht man von ihm wie von einer realen Person. Wenn es um Uta und die Stifterfiguren geht, wird er mit großer Selbstverständlichkeit als Schöpfer der Skulpturen, ja als Entwerfer des gesamten Westchors genannt. Deswegen gilt er inzwischen sogar als sogenannter Bildhauerarchitekt. Doch gab es den „Naumburger Meister“ überhaupt und wenn ja, welche Position könnte er innerhalb des mittelalterlichen Baubetriebs am Dom eingenommen haben?
Keine Schriftquelle, keine Signatur legt Zeugnis ab von einem Bildhauer oder Architekten, den man mit der Entstehung des Westchors oder mit der Ausführung der Stifterfiguren in Zusammenhang bringen könnte. Gleichwohl musste im 13. Jahrhundert ein straff organisierter und hierarchisch strukturierter Baubetrieb am Naumburger Dom existieren, eingebunden in ein überregionales Netzwerk und getragen von einer gebildeten Auftraggeberschaft, in dem eine oder mehrere Personen in etwa jene Rolle einnahmen, die dem „Naumburger Meister“ heute zugesprochen wird.
Ausgehend von Architektur und Bildhauerarbeiten als alleiniger Quelle richtet der Vortrag einen neuen Blick auf Westchor, Stifterfiguren und Lettner. Er stellt nach dem Prinzip der Händescheidung individuelle Spuren vor und deckt Unterschiede auf, die deutlich machen, dass mehr als ein Bildhauer beteiligt gewesen sein muss und dass die Mitarbeiter unterschiedliche Stellungen innerhalb der Bildhauerwerkstatt innehatten.

Folgende Fragen werden u.a. behandelt: Wie hat man sich Struktur und Tätigkeit der Bildhauerwerkstatt am Dom vorzustellen? Wie entstanden die Stifterfiguren und was sagen uns Steinmetzzeichen? Wie stellen wir uns heute einen Bildhauerarchitekten vor, und ist diese Vorstellung mit der Realität des mittelalterlichen Baubetriebs in Übereinstimmung zu bringen? Gibt es namentlich bekannte Bildhauer und Architekten, mit denen ein „Naumburger Meister“ vergleichbar wäre? Hatte der „Naumburger Meister“ Schüler, und woran kann man sie erkennen?

Guido Siebert absolvierte eine Ausbildung zum Steinmetz in der Denkmalpflege und studierte Kunstgeschichte und Geschichte in Berlin. Er war Ausstellungssekretär der Landesausstellung Sachsen-Anhalt 2011, kuratierte 2015 die Ausstellung „Naumburg und die Düsseldorfer Malerschule“ und führte Lehraufträge an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und an der Freien Universität Berlin aus. Neben Glasmalerei und Bildhauerei forscht er zu mittelalterlichen Werkstattfragen (jüngste Publikation: Glasmalerei in der Architektur des 13. Jahrhunderts, hg. von U. Bednarz, L. Helten und G. Siebert, Berlin 2017). Seit 2015 ist er als Referent für Denkmalförderung bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz tätig.

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Luther in Naumburg

Datum: 16. März 2017, 19.00 Uhr

Ort: Marienkirche am Dom

Referent: Matthias Ludwig (Naumburg)

Martin Luther hat gute Chancen, die am häufigsten genannte historische Persönlichkeit des Jahres 2017 zu werden. Ungezählte Ausstellungen, Bücher und Medienformate aller Couleur widmen sich nicht nur in Deutschland seinem Leben und nicht unumstrittenen Wirken. Selbst die kleinsten Orte, in die der Reformator seine Schritte gelenkt hat, sei es der historischen Bedeutung oder auch nur dem Zufall geschuldet, bemühen sich voller Eifer darum, am Jubeljahr der Reformation zu partizipieren. Die Kleinstadt Naumburg – im Jahr 1517 übrigens mehr als doppelt so groß wie Wittenberg – hat allen Grund, sich in den Reigen der Wirkungsorte Martin Luthers einzustellen. Neben eher zufälligen Aufenthalten, die den Hauptverkehrswegen des 16. Jahrhunderts zuzuschreiben sind, trat der ehemalige Mönch in der Saalestadt wenigstens einmal als prominenter Akteur in einem herausragenden Ereignis der Reformationszeit auf, als er 1542 mit Nikolaus von Amsdorf den ersten evangelischen Bischof der Welt im Naumburger Dom die Weihe erteilte. Ziel des Vortrages ist es, den Spuren Luthers in Naumburg nachzugehen.

Matthias Ludwig, Jahrgang 1977, ist Mittelalter- und Landeshistoriker. Er ist Leiter des Domstiftsarchivs und der Domstiftsbibliothek Naumburg.


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Karoline von Kamiensky (1755-1813) & Benedikte Naubert (1756-1819).
Zwei Naumburger Dichterinnen in einer Zeit des Umbruchs

Datum: 16. Februar 2017, 19.00 Uhr

Ort: Seminarraum der Klausur am Naumburger Dom

Referenten: Susanne Kröner (Naumburg)

Verschiedene Frauen haben sich die letzten 200 Jahre in Naumburg schriftstellerisch betätigt und in den letzten Jahren sind sie auch wieder in unser Bewusstsein gerückt. Über zwei von Ihnen soll in diesem Vortrag, in Hinblick auf ihren Bezug auf Naumburg und der Umgebung, gesprochen werden.

Benedikte Naubert (1756-1819), geboren in Leipzig, gilt als die Begründerin des historischen Romans. Sie schrieb über 50 Bücher. Zu ihren Werken zählen neben Romanen aber auch Erzählungen und Novellen. Wichtig ist zudem auch die Märchensammlung, die sie von 1789-1792 herausgegeben hat. Seit 1808 ist der Erscheinungsort ihrer Schriften Naumburg, wo sie seit 1797 bis zu ihrem Tod in zwei Ehen auch wohnte. Sie galt als geistreich und gut gebildet. Durch ihre Werke wurde sie gerühmt, gute Geschichtskenntnisse zu haben und einen klaren Verstand, verbunden mit lebendiger Einbildungskraft.

Karoline von Kamiensky (1755-1813), begann im Alter von 13 Jahren mit ihren ersten dichterischen Versuchen. Durch die Versetzung ihres Vaters, einem sächsischen Offizier, an das Regiment „Prinz Xaver“ kam sie mit nach Naumburg. Nach dem Tod des Vaters kehrte sie 1800 allerdings in ihre Geburtsstadt Dresden zurück, wo sie 1813 auch starb. In den Jahren in Naumburg beschäftigte Sie sich zumeist mit der Dichtkunst. Hier sind viele ihrer Werke entstanden. Mit dem Gedicht "Die goldene Aue" hat sie dem Unstrut-Tal ein Denkmal gesetzt.

Susanne Kröner leitet bereits seit 1995 das Naumburger Stadtarchiv und begegnet seither dabei der Geschichte der Stadt von den unterschiedlichsten Fragestellungen und den unterschiedlichsten Zeitläufen her. Ihr Interesse gilt dabei insbesondere den Naumburger Frauen in privatem wie öffentlichem Leben, in Wirtschaft und Kunst.

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22 Jahre Saale-Unstrut-Jahrbuch. Ein Überblick auf die Arbeit der Redaktion

Datum: 26. Januar 2017, 19.00 Uhr

Ort: Seminarraum der Klausur am Naumburger Dom

Referenten: Henry Mill (Naumburg), Torsten Pietsch (Halle), Reinhard Schmitt (Halle), Guido Siebert (Naumburg/Berlin)

1996 gab der Saale-Unstrut-Verein den ersten Band seines Jahrbuchs heraus. Seitdem erschienen ununterbrochen 22 Bände, von denen der aktuelle des Jahres 2017 jüngst vorgestellt wurde. Seit langem beständig auf 160 Seiten erfahren die Leser Wissenswertes zur Kulturgeschichte und Naturkunde der Region um den Zusammenfluss von Saale und Unstrut. Anlässlich des 20. Jahrgangs wurde 2015 sogar ein 230-Seiten starkes Heft erstellt. In einer Spannweite vom Essay bis zum wissenschaftlichen Aufsatz betrachten Autoren die Kulturlandschaft und deren Denkmäler sowie Personen und deren Geschichte(n). Geographisch werden dabei im Sinne eines erweiterten Horizonts die Grenzen des Burgenlandkreises regelmäßig überschritten, so dass auch überregionale Bibliotheken das Saale-Unstrut-Jahrbuch für ihren Bestand erwerben. Dies gibt Anlass, sowohl zurückzublicken auf die Anfänge und die kontinuierliche Arbeit der ehrenamtlichen Redaktion, die sich stets aufs Neue um lesenswerte Themen und kompetente Autoren bemüht, als auch vorauszuschauen auf zukünftige Pläne. Für die Redaktion ist nach dem Heft vor dem Heft. Anlass auch, den früheren Redaktionsmitgliedern zu danken, ohne deren Einsatz es das Jahrbuch längst nicht mehr geben würde. Im Einzelnen widmen sich die Vortragenden folgenden Themen: Guido Siebert (Kunstgeschichte) stellt die Bedeutung des Jahrbuchs für die Region sowie für den Welterbeantrag heraus und verdeutlicht die Verknüpfung von Wissenschaft und Öffentlichkeit. Henry Mill (Homepage) zeigt die technischen Aspekte, die Einbindung in die Homepage des Vereins und wird statistische Angaben liefern. Zugleich widmet er sich der Frage nach einer zukünftigen digitalen Version des Jahrbuchs. Torsten Pietsch (Naturkunde) beschreibt die naturkundlichen Inhalte sowie die Vernetzung zur Wissenschaft auf diesem Gebiet. Reinhard Schmitt (Bauforschung), der auch für den Kontakt zum Verlag und der Lektorin zuständig ist, erklärt die eigentliche redaktionelle Arbeit und die praktische Entstehung des Jahrbuchs. Matthias Ludwig (Geschichte) kann leider nicht teilnehmen.

Der Saale-Unstrut-Verein nutzt die Veranstaltung, um nach seiner Jahreshauptversammlung den neuen Vorstand vorzustellen und dem alten für seine Arbeit zu danken. Insbesondere Dr. Holger Kunde, der jahrelang die Geschicke des Vereins lenkte und ihm vorstand. Er gibt sein Amt ab an Matthias Ludwig. Das für Finanzen zuständige Vorstandsmitglied Mario Kerner übergibt sein Amt an das alte und neue Vorstandsmitglied Henry Mill. Verstärkung erhält der Vorstand zukünftig von Andrea Knopik (Stiftung Kaiserpfalz und Kloster Memleben). Guido Siebert wird im Vorstand weiterhin für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig sein.

Neues Jahrbuch im Handel

Saale-Unstrut-Jahrbuch 2017
22. Jahrgang

Saale-Unstrut-Jahrbuch 2017
Inhaltsverzeichnis

Der Saale-Unstrut-Verein für Kulturgeschichte und Naturkunde e.V. gibt seit 1996 jährlich das Saale-Unstrut-Jahrbuch (ISBN 978-3-89812-729-5) heraus.

Das aktuelle Jahrbuch ist in regionalen Buchhandlungen erhältlich. Selbstverständlich können Sie sich aber auch direkt an den Verein wenden.

Kontakt

Henry Mill
Jägerstraße 2b
06618 Naumburg (Saale)
Telefon: 0177 / 40 84 682
E-Mail: henry.mill@saale-unstrut-verein.de