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Vortrag



„Bad Kösen konnte sich selbst nicht besser ehren.“
Der (unbekannte) Ehrenbürger Max Kruse (1854–1942)

Manuel Schwarz (Naumburg)

Donnerstag, 23.11.2023, 19.00 Uhr

Seminarraum in der Domklausur, Naumburg



Bei dem Namen „Kruse“ denken in der Saale-Unstrut-Region viele vor allem an Käthe Kruse, die von 1912 bis 1949 in Bad Kösen wohnte und dort ihre weltberühmten Puppen produzierte. Eine Ausstellung im Romanischen Haus und die Käthe-Kruse-Straße erinnern heute an die „Puppenmutter“. Die Schau im Kösener Museum befasst sich zudem mit Käthe Kruses Familie und dabei auch mit ihrem Ehemann Max. Dieser war als Bildhauer, Maler, Bühnenbildner und Erfinder tätig. Vor allem seine Plastik „Der Siegesbote von Marathon“ und seine Porträts, unter anderem von Friedrich Nietzsche, brachten ihm frühen Ruhm. Während der Künstler heute weit weniger bekannt ist als seine berühmte Frau, wurde er im Jahr 1924 anlässlich seines 70. Geburtstags sogar zum Ehrenbürger von Bad Kösen ernannt. Aus Anlass des nahenden doppelten Jubiläums – dem 170. Geburtstag des Künstlers und dem 100. Jubiläum der Verleihung der Ehrenbürgerschaft – berichtet Dr. Manuel Schwarz in seinem Vortrag vom Leben und Wirken von Bad Kösens (unbekannten) Ehrenbürger.

Dr. Manuel Schwarz studierte Geschichte und Politik. Er forscht und publiziert vorwiegend zur Monarchie- und Kulturgeschichte, insbesondere im mitteldeutschen Raum. Aktuell arbeitet er für den Forschungsverbund Marbach-Weimar-Wolfenbüttel und befasst sich dort mit dem Nachlass des Weimarer Nietzsche-Archivs und Nietzsche-Bildnissen.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Spenden wird gebeten.



Vortrag



Die erste Stahlbetonbrücke Mitteldeutschlands an der Naumburger Thainburg

Jan Geißler (Naumburg)

Donnerstag, 05.10.2023, 19.00 Uhr

Seminarraum in der Domklausur, Naumburg



Täglich benutzen zahlreiche Naumburger Fußgänger die kleine Brücke, die in der Nähe der sogenannten Thainburg vom Stadtzentrum über den Graben auf den Marienring führt, ohne sich bewusst zu machen, dass sie ihre Schritte über ein bedeutendes technisches Denkmal lenken. Denn hier entstand in den Jahren 1893/94 die erste Brücke Mitteldeutschlands, die mit dem neuen Werkstoff Eisenbeton hergestellt wurde, der das Bauwesen weltweit revolutionieren sollte.

Der Vortrag geht den historischen Hintergründen der Errichtung des Bauwerks nach und berichtet über die aufwändigen Sanierungsarbeiten im Jahr 2022.

Jan Geißler, Dipl. Ing, Jahrgang 1969, ist Sachbearbeiter für Straßen- und Brückenbau in der Naumburger Stadtverwaltung.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Spenden wird gebeten.



Vortrag



Wann kommt der Cranach-Triegel-Altar zurück nach Naumburg?

Georg Habenicht

in der Marienkirche am Naumburger Dom

Donnerstag, 15.06.2023 um 19:00 Uhr



Die Aufstellung und Weihe des Cranach-Triegel-Retabels im Westchor des Naumburger Domes im Juli 2022 und seine Entfernung im Dezember haben deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt sowie eine lebhafte publizistische Auseinandersetzung angestoßen.
Indes, es sei nur eine Frage der Zeit, wann der Cranach-Triegel-Altar nach Naumburg zurückkehrt, meint Georg Habenicht, der Autor des gerade erschienenen Buches „Der Naumburger Bilderstreich“. Warum er sich dessen sicher ist, erläutert Habenicht in einem kurzweiligen Vortrag. Im Anschluss sind alle Gäste herzlich eingeladen, mit dem Autor zu diskutieren.

Dr. Georg Habenicht ist Kunsthistoriker und Historiker. Seine Bücher „Der Flügelaltar und sein Personal. Die Heilsmaschine“ (2015) und „Ablass, Wertpapier der Gnade – Wie es zur Reformation kommen musste“ (2020) sind Standardwerke.

Der Vortrag ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Vereinigten Domstifter und des Saale-Unstrut-Vereins.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Spenden wird gebeten.



Vortrag



Die Reise der Großfürstin Maria Pawlowna von St. Petersburg nach Weimar und ihr Aufenthalt in Naumburg im Jahr 1804

Irina Tschistowskaja (Weimar)

in der Marienkirche am Naumburger Dom

Donnerstag, 01.06.2023 um 19:00 Uhr



Am 3. August 1804 fand nach einem aufwendig ausgehandelten Ehevertrag die Hochzeit zwischen dem Prinzen Carl Friedrich von Sachsen-Weimar und Großfürstin Maria Pawlowna in St. Petersburg statt. Am 1. Oktober 1804 traf die kostbare Aussteuer der Großfürstin, transportiert in 79 Wagen, die von 130 Pferden gezogen wurden, in Weimar ein und eine Woche später brach das junge Brautpaar von Russland zu seiner 34tägigen Reise auf. Eine Station war auch Naumburg, wo das Paar im Postgebäude am Holzmarkt (Jakobstraße 26) übernachtet hat.
Der Vortrag widmet sich der Arbeit der Maria-Pawlowna-Gesellschaft und stellt die Namensgeberin vor.

Dr. Irina Tschistowskaja ist in Russland geboren und aufgewachsen und lebt seit über 40 Jahren in Deutschland. Die promovierte Chemikerin arbeitete als Wissenschaftlerin und Unternehmensberaterin im In- und Ausland. Seit 2020 ist sie Präsidentin der Maria-Pawlowna-Gesellschaft in Weimar.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Spenden wird gebeten.



Vortrag



Mitten im Leben und Mitte des Lebens.
Die Naumburger Pfarrkirchen im Mittelalter

Dr. Alexander Sembdner

in der Marienkirche am Naumburger Dom

Dienstag, 23.05.2023 um 19:00 Uhr



Wer die Kirche im Dorf lassen will, will eine Diskussion auf den Boden der Tatsachen zurückbringen. Die Redewendung verweist auf den grundsätzlichen Platz der Kirche in der Mitte der vormodernen Gesellschaft. Wie zu jedem Dorf eine Kirche gehörte, so nahm die Pfarrkirche im Leben der Menschen, zumal im Mittelalter, eine zentrale Rolle ein. Hier ging man nicht nur zum Gottesdienst, sondern hier wurden politische Endscheidungen getroffen, soziale Kontakte geknüpft, ja sogar Geschäfte gemacht und Handel betrieben. Zugleich aber sorgten sich die Menschen um ihr Seelenheil, stifteten für Begräbnisse und Seelmessen, nahmen an Prozessionen teil, wurden Mitglieder frommer Bruderschaften und hofften auf Erbauung durch Predigt. Nirgendwo war die Schnittstelle zwischen Kirche und Welt größer als in der Pfarrkirche, der untersten Ebene der Kirchenorganisation.
Der Vortrag will anhand der Naumburger Pfarrkirchen des Mittelalters deren Facettenreichtum und enorme Bedeutung für die mittelalterliche Lebenswelt beleuchten und zugleich deren Bedeutung für die Naumburger Stadtgeschichte aufzeigen.

Dr. Alexander Sembdner, Jahrgang 1986, ist Mittelalter- und Landeshistoriker. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Sächsische und Vergleichende Landesgeschichte der Universität Leipzig.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Spenden wird gebeten.



Vortrag



Der Mord an Walter Rathenau
und die deutsche Gegenrevolution

Prof. Martin Sabrow

in der Marienkirche am Naumburger Dom

Donnerstag, 27.04.2023 um 19:00 Uhr



Die Ermordung des deutschen Außenministers Walther Rathenau (1867–1922), dessen Attentäter nach längerer Flucht am 17. Juli 1922 auf der Burg Saaleck bei Naumburg gestellt werden konnten, erschütterte die Zeitgenossen der frühen Weimarer Republik so sehr wie vorher das Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand die des Ersten Weltkriegs und nachher die Ermordung John F. Kennedy die der Zeit des Kalten Krieges. Bücher über politische Attentate von Cäsar, Heinrich IV., von Saint Just bis Olof Palme füllen ganze Bibliotheken, und doch nimmt der Anschlag auf den Industriellen, Intellektuellen und Politiker, der vor 100 Jahren die Welt erschütterte, einen ganz besonderen Platz ein. Der Vortrag stellt Walther Rathenau als Epochengestalt vor, geht auf die Hintergründe des Mordanschlags ein und erörtert seine historischen Folgen.

Prof. Dr. Martin Sabrow, Jahrgang 1954, ist Historiker und Senior Fellow am Leibniz- Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam. Bis 2021 war er Professor für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Spenden wird gebeten.



Liebe Mitglieder des Saale-Unstrut-Vereins,

wir entrichten Ihnen die besten Wünsche für das neue Jahr 2022, das hoffentlich bessere Zeiten für uns alle bereithält!

Auch das dritte Corona-Jahr beginnt für unseren Verein mit der Unsicherheit darüber, ob wir alle unsere Projekte wieder in gewohnter Weise angehen können. Zugleich wächst aber auch die Hoffnung, dass es sich um das letzte Pandemiejahr handeln wird.

Die Vortragsreihe des Vereins, in deren Rahmen im vergangen Herbst noch einmal drei erfolgreiche Veranstaltungen durchgeführt werden konnten, bleibt auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Dennoch arbeiten wir bereits an einem neuen Programm, dass wir umsetzen werden, sobald es die Umstände wieder erlauben.

Voller Freude können wir Ihnen mitteilen, dass der 27. Jahrgang des Saale-Unstrut-Jahrbuchs pünktlich fertiggestellt und ausgeliefert werden konnte, wofür wir dem Redaktionsteam unseren Dank aussprechen!


Wir möchten darauf hinweisen, dass der Vorstand in diesem Jahr wieder Vorschläge für die Verleihung des Heinrich von Veldeke-Preises entgegennimmt.

Mit der großen Hoffnung, dass es bald wieder Gelegenheiten für gemeinsame Veranstaltungen geben wird, verbleiben wir mit den besten Grüßen!


Der Vorstand