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Nächster Vortrag



Über die Zahl, die Auswahl und die Reihenfolge der Naumburger Stifter

Prof. Dr. Wolfgang Schmid (Trier)

Donnerstag, 19.09.2019, 19.00 Uhr

Seminarraum in der Domklausur, Naumburg



Vortrag



Heinrich August Trinius (1851-1919).
Ein Schriftsteller, der die Saale-Unstrut-Region populär machte

Wieland Führ (Naumburg)

Donnerstag, 09.05.2019, 19.00 Uhr

Marienkirche am Naumburger Dom

August Trinius zählte zu den bekanntesten und einflussreichsten Reisebuchautoren Deutschlands und ist heute als Persönlichkeit nahezu in Vergessenheit geraten. Er veröffentlichte Werke zur deutschen Geschichte und Kultur sowie überaus zahlreiche Reise- und Wanderbücher. Im ausgehenden 19. Jahrhundert löste er den Rennsteig-Boom aus und kreierte den Slogan „Thüringen, das grüne Herz Deutschlands“, später die einprägsame Tourismus-Marke des Freistaates.
August Trinius In vielen Büchern und Schriften von Trinius spiegelt sich im entscheidenden Maße die Region an Saale und Unstrut wider. Bereits der erste Band seines 1886 begonnenen achtbändigen Hauptwerkes „Thüringer Wanderbuch“ startet mit den beiden umfangreichen Kapiteln „Schulpforta“ und „Rudelsburg und Saaleck“. Kurze Zeit später veröffentlichte Trinius die Bücher „Durch´s Saalthal“ und „Durch´s Unstrutthal. Eine Wanderung von Naumburg a.S. bis zum Kyffhäuser.“ Trotz der vielen Veröffentlichungen und der großen Popularität ist seine Biografie bis zum heutigen Tage nur bruchstückhaft erforscht und birgt manches Rätsel. Die Mutter von August Trinius ist aus der Region Nebra gebürtig. Seine jüngere Schwester war mit dem in Schulpforte geborenen bekannten Berliner Architekten Oskar Hossfeld verheiratet. Der Architekt Friedrich Hossfeld, ein Neffe von Trinius, prägte nachhaltig das Stadtbild von Naumburg.
Erstmalig werden verschiedene neue Forschungsergebnisse mit vielen Bildern zum überaus interessanten Leben und Lebenswerk des „Thüringer Wandersmannes“ vorgestellt, der vor 100 Jahren am 2. April 1919 in Waltershausen verstarb und dessen Credo „Wandern heißt Leben!“ war.

Wieland Führ, Jahrgang 1953, ist Museologe und Historiker. Er veröffentlichte unter anderem zahlreiche Bücher und Beiträge zur Geschichte und Kulturgeschichte Mitteldeutschlands. Bekannt sind auch seine monatlich publizierten Artikel im „Burgenlandjournal“ vom Naumburger Tageblatt/MZ.



Vortrag



Die Webspinnen und Kanker des
Saale-Unstrut-Gebietes

Datum: Donnerstag, 11.04.2019, 19.00 Uhr

Ort: Seminarraum in der Domklausur, Naumburger Dom

Referent: Michael Unruh (Oranienbaum-Wörlitz)

In diesem naturkundlichem Vortrag stehen die Spinnen und Kanker im Mittelpunkt, die in unserer Saale-Unstrut-Triasregion beheimatet sind. Vorgstellt werden einige bemerkenswerte Arten aus dem Umfang von 289 nachgewiesenen Spinnen- und 21 Kankerarten. Dahinter stehen Auswertungen aufwändiger naturkundlicher Untersuchungen zwischen den Jahren 1998 und 2003. Eingegangen wird auch auf die besonderen Verantwortung der beauftragten Verwaltungen für die Erhaltung der Offenlandstandorte, aber auch auf die Veränderungen durch invasive Spinnen- und Weberknechtarten.

Das Bild zeigt die "wunderschöne" Rote Röhrenspinne (Eresus kollari). Sie ist eine der wenigen Spinnen, die deutschlandweit nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV 2005) geschützt ist.

Unser Referent, Michael Unruh, ist Biologe im Ruhestand. Bis vor knapp zwei Jahren arbeitete er im Landesdienst. Dort war er zuletzt Mitarbeiter im Sachgebiet Arten- und Biotopschutz des Biosphärenreservates Mittelelbe.




Licht und Schatten. Walter Hege, Fotograf und Filmemacher (1893-1955)

Kuratorenführung durch die Ausstellung

Dr. Yvonne Fiedler (Naumburg)

Donnerstag, 21.03.2019, 19.00 Uhr

Stadtmuseum Naumburg, Galerie im Schlösschen am Markt

Walter Hege gehörte zu den bekanntesten Fotografen und Filmemachern seiner Zeit. Der gebürtige Naumburger wurde berühmt mit Aufnahmen vom Dom seiner Heimatstadt. Zahlreiche Aufträge führten ihn später durch ganz Deutschland und bis nach Griechenland: Von Hege erschienen umfang- reich bebilderte Bände über mittelalterliche Dome, antike Tempel und Skulpturen, barocke Bauten in Süddeutschland sowie historische Städte. Heges Architekturaufnahmen sorgten für Aufsehen, weil sie Motive stilisierten und inszenierten. Neben der Architektur war die heimische Natur sein zweites großes Thema. Zahlreiche Aufnahmen etwa von der Mecklenburgischen Tierwelt und der Film „Am Horst der wilden Adler“ zeugen davon. Heges Bildästhetik sprach auch nationalsozialistische Auftraggeber an. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs fotografierte und filmte Hege immer wieder für NS-Funktionäre. Bis heute polarisiert sein Werk: War er brillanter „Lichtbildkünstler“ oder „Rassekunstfotograf“? Technisch profilierte sich Hege als Fachmann für Fotografie und Film und leistete einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Farbtechnik in diesem Sektor. Trotz einer schweren Verletzung aus dem Ersten Weltkrieg, die ihn Zeit seines Lebens beeinträchtigte, war Hege ein unermüdlicher Arbeiter und verfolgte stets mehrere Projekte gleichzeitig. 1947 verließ er Thüringen und konnte in der Bun- desrepublik als „entnazifizierter“ Künstler teilweise an seine Erfolge aus der Zeit vor der deutschen Teilung anknüpfen. 1955 starb er überraschend während eines Vortrags in Weimar. Anlässlich seines 125. Geburtstags zeigt die Ausstellung im Naumburger „Schlösschen“ Ausschnitte aus Heges Bild- und Filmschaffen. Eine Kuratorenführung durch die Schau zeichnet seinen Lebensweg von den ersten Schritten als Maler über die Jahre größter Popularität bis hin zum Neuanfang in der Bundesrepublik nach. Zu sehen sind neben bekannten Aufnahmen auch Fotografien, die bisher sel- ten oder noch nie veröffentlicht wurden. Biografische Dokumente, Fototechnik und persönliche Zeit- zeugnisse ergänzen die Schau.

Yvonne Fiedler, Mitarbeiterin am Stadtmuseum Naumburg. Studium der Geschichte, Kunstgeschichte und Journalistik an der Universität Leipzig, später berufsbegleitend Studium Kulturmanagement in Dresden. Promotion zu privaten Galerien in der DDR. Berufliche Stationen im Museum in der „Runden Ecke“ Leipzig und im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig.

Zur Beachtung: Die Kapazität der Ausstellungsräumlichkeiten ist begrenzt, daher können nur 30 Personen eingelassen werden. Voraussichtlich steht nicht jedem Gast eine Sitzgelegenheit zur Verfügung. Um pünktliches Eintreffen wird gebeten. Den Eintritt von 3 € pro Person trägt der Saale- Unstrut-Verein, Spenden sind willkommen.

Anmeldungen an:
Henry Mill
Tel.: 0177 4084682
henry.mill@saale-unstrut-verein.de

Vortrag

Bischofswahlen im 14. Jahrhundert – Kontingenz oder Management des Risikos

Datum: Freitag, 22.02.2019, 18.30 Uhr

Ort: Naumburg, Oberlandesgericht, Domplatz 10, Saal 525

Referent: Gerhard Fouquet (Kiel)

Die Neuordnung der Macht in Bistümern nach dem Tod eines Bischofs war stets prekär. Denn in diesen Institutionen komplexer kollegialer Herrschaft im konstitutionellen Zusammenspiel von Domkapiteln und ihren in die feudale Reichsverfassung eingebundenen bischöflich-reichsfürstlichen Oberhäuptern standen im Spätmittelalter den Wahlrechten der Domkapitel eine Reihe von Vulnerabilitäten entgegen. Denn es war einerseits mit kapitelsinternen Konflikten zwischen rivalisierenden Faktionen und entsprechenden schismatischen Ergebnissen bei Wahlen zu rechnen, denen Appellationen und Postulationen an die päpstliche Kurie von Bewerbern oder qualifizierten Minderheiten der Wähler folgen konnten. Auszuschließen waren andererseits keineswegs äußere akteurszentrierte Entscheidungen, unerwünschte Einflüsse von König und Papst, von benachbarten Dynasten und Fürsten auf künftig mögliche Szenarien der Bistumsbesetzung. Der Vortrag behandelt an wenigen exemplarischen Fällen die Gefährdungen der Bischofswahlen vornehmlich in Naumburg, Würzburg und Bamberg, wie sie sich durch Eingriffe des Avignonesischen Papsttums und des römisch-deutschen Königtums in den Zeiten Ludwigs des Bayern und Karls IV. (1314-1378) ergeben konnten.

Senior Prof. Dr. phil. Dr. h. c. Gerhard Fouquet, Jahrgang 1952, war von 2008 bis 2014 Präsident der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Er ist Leiter des Projektes „Residenzstädte im Alten Reich (1300–1800). Urbanität im integrativen und konkurrierenden Beziehungsgefüge von Herrschaft und Gemeinde“ der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und beschäftigt sich intensiv mit der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des Spätmittelalters (13. bis 16. Jahrhundert).

Vortrag

Ein Tag in der Kathedrale.
Leben und Wirken am mittelalterlichen Naumburger Dom

Datum: Donnerstag, 31.01.2019, 19.00 Uhr

Ort: Seminarraum der Domklausur,Naumburg

Referent: Matthias Ludwig (Naumburg)

Der Naumburger Dom gehört nicht erst seit der Anerkennung als Welterbe der Unesco im Sommer 2018 zu den bekanntesten Kirchen im deutschsprachigen Raum. In seiner über 150jährigen Forschungsgeschichte ist eine kaum noch zu überschauende Zahl an Publikationen zu unterschiedlichen Themen erschienen. Bis heute stehen jedoch vor allem architektonische und künstlerische Aspekte im Fokus der Beschäftigung.
Doch wie sah eigentlich der Alltag an der Naumburger Kathedrale im Mittelalter aus? Welche unterschiedlichen Personengruppen hielten das geistliche Zentrum des Bistums am Laufen und wie war ihr Tag strukturiert? Und was konkret spielte sich im Dom und seiner Klausur ab?
Auf Grundlage ausgewählter mittelalterlicher Quellen aus dem Domstiftsarchiv soll der Versuch unternommen werden, einen Tag im mittelalterlichen Naumburger Dom nachzuzeichnen.

Matthias Ludwig, Jahrgang 1977, ist Mittelalter- und Landeshistoriker. Er ist Leiter des Domstiftsarchivs und der Domstiftsbibliothek Naumburg.